„Mit Optimismus, Mut und Zuversicht ins neue Jahr“ – Neujahrsgruß von Landrat Thorsten Stolz

Landrat Thorsten Stolz blickt auf „ein herausforderndes und anstrengendes Jahr“ für den Main-Kinzig-Kreis zurück. In einem Neujahrsgruß spricht er über die schwierige Zeit und die Belastungen während der Pandemie, aber auch die positive Entwicklung des Kreises in ganz vielen Bereichen. Sein Grußwort im Wortlaut:

Liebe Bürgerinnen und Bürger im Main-Kinzig-Kreis, auf diesem Wege wünsche ich Ihnen und Ihren Familien ein gutes, glückliches und vor allem ein gesundes Jahr 2021. Lassen Sie uns gemeinsam mit Optimismus, Mut und Zuversicht ins neue Jahr starten.

Hinter uns allen liegt ein sehr herausforderndes und anstrengendes Jahr. Die Corona-Pandemie war das prägende Ereignis des zurückliegenden Jahres. Die Pandemie hat uns alle auf vielfältige Weise beeinflusst, teilweise unser Leben drastisch verändert und uns insgesamt viel abverlangt. Ich denke hier beispielsweise an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unseren vier Krankenhäusern in Hanau, Gelnhausen und Schlüchtern, die Pflegekräfte in unseren stationären und ambulanten Pflegeeinrichtungen, die Beschäftigten im Gesundheitsamt, im Rettungsdienst, im ÖPNV, im Einzelhandel, in Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen und in vielen anderen Bereichen mehr. An dieser Stelle sage ich einfach nur Danke für den engagierten, anpackenden Einsatz so vieler Bürgerinnen und Bürger, die mitgeholfen haben, diese schwierige Zeit bestmöglich zu überstehen. Aber ich denke auch an die Menschen, die Angehörige, Freunde und Bekannte verloren haben. Ihre Trauer erinnert uns daran, dass eine durch das Coronavirus ausgelöste Covid-19-Erkrankung eben keine einfache Grippe ist, wie es von manchen Zeitgenossen fälschlicherweise dargestellt wird.

Trotz der zahlreichen und zum Teil auch sehr schmerzhaften Einschränkungen nehme ich aus dem vergangenen Jahr eine für mich sehr positive Beobachtung mit: Der überwiegende Teil der Menschen hier bei uns im Main-Kinzig-Kreis hat durch Rücksichtnahme, Achtsamkeit und Solidarität im Alltag einen persönlichen und wichtigen Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie geleistet.

Natürlich ist mit dem Jahreswechsel die Pandemie noch nicht vorbei, aber mit dem Start der deutschlandweiten Impfaktion unmittelbar nach Weihnachten verbinden wir die berechtigte Hoffnung auf eine schrittweise Rückkehr in die Normalität. Für die Impfaktion sind wir im Main-Kinzig-Kreis gut gerüstet und haben innerhalb kurzer Zeit zwei zentrale Impfzentren in Hanau und Gelnhausen aufgebaut, um in den nächsten Monaten die Impfung von rund 250.000 Bürgerinnen und Bürgern zu ermöglichen. Das ist eine große Herausforderung, die wir gerne annehmen.

Aber wir haben auch andere Gründe, im Main-Kinzig-Kreis optimistisch auf das neue Jahr zu blicken, denn unser Landkreis mit seinen 29 Kommunen ist ein starker, ein erfolgreicher Landkreis. Ein Landkreis, in dem die Menschen zusammenhalten und Verantwortung übernehmen. Der einwohnerstärkste Landkreis Hessens liegt in vielen Bereichen vorne: Eine starke Wirtschaftskraft, eine niedrige Arbeitslosenquote, ein großer gesellschaftlicher Zusammenhalt durch die vielen ehrenamtlich Engagierten, eine zukunftsweisende digitale Infrastruktur, eine gute Verkehrsanbindung und viele soziale Projekte prägen unseren Landkreis. Er zählt außerdem zu den landschaftlich reizvollsten Lebensräumen und bietet eine Vielzahl von Freizeit- und Naherholungsmöglichkeiten. Kurz: Es lohnt sich, in unserem schönen Main-Kinzig-Kreis zu leben! Und Sie können darauf vertrauen, dass wir auch weiterhin hart dafür arbeiten, um unseren Landkreis als Wohn- und Wirtschaftsstandort zu stärken und in den nächsten Jahren weiterzuentwickeln. Beispielhaft will ich hier einige wichtige Handlungsfelder nennen:

So werden wir in den nächsten Jahren zwischen Maintal und Sinntal rund 158 Millionen Euro in Bildung und Schule investieren. Dabei liegt ein Schwerpunkt auf der Sanierung von Schulbauten, Neu- und Erweiterungsbauten, der Fortsetzung der Digitalisierung und die Umsetzung weiterer Ganztagsprogramme.

Im Hinblick auf unsere bereits heute sehr gute digitale Infrastruktur gehen wir die nächsten Entwicklungsschritte. Derzeit läuft der Glasfaserausbau in rund 145 Gewerbegebieten, den wir bis Ende 2021 abschließen werden. Durch Bundes- und Landesförderungen investieren wir hier mehr als 13 Millionen Euro und machen den Wirtschaftsstandort Main-Kinzig fit für die Zukunft. Aber darauf wollen wir uns nicht ausruhen, sondern haben bereits weitere konkrete Pläne: Glasfaserausbau bis ins Haus auch im privaten Bereich. Auch das werden wir, entsprechende Bundes- und Landesförderung vorausgesetzt, ebenfalls über unsere kreiseigene Breitbandgesellschaft umsetzen.

Nicht nachlassen werden wir zudem bei der Stärkung und dem Ausbau der medizinischen Versorgung. Bis zum Jahr 2025 werden wir alleine in die Klinikstandorte Gelnhausen und Schlüchtern rund 85 Millionen Euro investiert haben, um die medizinische Versorgung unserer Bürgerinnen und Bürger weiter zu verbessern. Und unsere Städte und Gemeinden werden wir auch weiterhin über unser Förderprogramm zur Stärkung der hausärztlichen Versorgung bei der Neuansiedlung, Erweiterung oder Übernahme von Arztpraxen unterstützen. Entsprechende Projekte wurden bislang in Nidderau, Langenselbold, Schöneck, Bad Orb, Gelnhausen und Steinau umgesetzt.

Investieren werden wir in den weiteren Ausbau der pflegerischen Versorgung gerade auch in den eher ländlich geprägten Regionen. Neben den kreiseigenen Seniorendependancen in Hammersbach, Ronneburg und Neuberg sind weitere Standorte in der Umsetzung beziehungsweise Planung: Jossgrund, Nidderau und Wächtersbach. Zudem haben wir durch die Grundsatzbeschlüsse zur Gründung einer Main-Kinzig-Akademie für Gesundheit und Pflege die Weichen für die Ausbildung der notwendigen Fachkräfte im Gesundheits- und Pflegeberuf gestellt. Die Akademie hat ihre Arbeit als Ausbildungsverbund bereits aufgenommen. Wir wissen nicht erst seit diesem Jahr, wie wichtig es ist, gut ausgebildete Kräfte im Pflegebereich zu haben.

Fortsetzen werden wir auch unser Förderprogramm zur Stärkung des ländlichen Raums. Das Programm, das wir 2018 aufgelegt haben, ist zur Erfolgsgeschichte geworden: Mittlerweile wurden insgesamt 175 Einzelprojekte mit einem Gesamtvolumen in Höhe von 3,6 Millionen Euro gefördert. Über das Förderprogramm werden insbesondere private Initiativen unterstützt, die dazu dienen, unsere alten Ortskerne als Wohn- und Wirtschaftsstandorte zu stärken. Förderschwerpunkte sind hier die beiden Altkreise Schlüchtern und Gelnhausen.

Eine große Herausforderung, insbesondere im dichter besiedelten westlichen Teil unseres Landkreises, ist die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum für kleine und mittlere Einkommen. Auch hier kommt der Main-Kinzig-Kreis seiner Verantwortung über ein eigenes Programm nach. So haben wir Projekte in Maintal, Erlensee, Rodenbach, Hasselroth, Wächtersbach und Nidderau gefördert. Für derzeit geplante Projekte in Bruchköbel, Gründau und Schlüchtern haben wir den Kommunen bereits eine Förderung in Aussicht gestellt.

Gut voran kommen wir auch beim Ausbau der erneuerbaren Energien. Hier gelingt es uns bereits heute, den Bedarf aller Privathaushalte im Main-Kinzig-Kreis aus erneuerbaren Energien zu decken. Mit dem im Main-Kinzig-Kreis erzeugten Strom aus Photovoltaik, Windkraft, Wasserkraft, Biomasse und Deponiegas können pro Jahr rund 238.000 Haushalte mit Strom versorgt werden. Diesen Weg werden wir auch künftig beschreiten.

Im Mittelpunkt der nächsten Jahre stehen zudem wichtige Verkehrsinfrastrukturprojekte, die auch für die Weiterentwicklung unseres Landkreises in der prosperierenden Rhein-Main-Region von zentraler Bedeutung sind. Ich erinnere hier an den Bau des dritten beziehungsweise vierten Gleises zwischen Gelnhausen und Hanau, den Bau der Nordmainischen S-Bahn, die Erweiterung der Niddertalbahn und den Ausbau/Neubau der Kinzigtalbahn zwischen Gelnhausen und Fulda. Alle vier Großprojekte werden den Nahverkehr in unserer Region erheblich stärken und die Anbindung an die Rhein-Main-Region weiter verbessern.

Neue und innovative Wege gehen wir auch im Rettungsdienst: Nachdem wir in einer Testphase in 2019 und 2020 den Telenotarzt als zusätzlichen Baustein im Rettungsdienst in Teilbereichen des Main-Kinzig-Kreises getestet haben, werden wir das System des Telenotarztes jetzt auf den gesamten Main-Kinzig-Kreis ausweiten. Bis Ende Februar 2021 werden insgesamt 14 Rettungswagen mit dem Telenotarzt ausgestattet, die einen wichtigen Beitrag leisten, um die Sicherheit der Menschen im Landkreis zu verbessern.

Liebe Bürgerinnen und Bürger, Sie sehen an diesen Beispielen, dass vieles bei uns im Main-Kinzig-Kreis in Bewegung ist, aber auch schon etliche Ziele erreicht sind. Wir in der Kreisspitze können zwar die Weichen für eine positive Weiterentwicklung unseres Kreises stellen. Aber unterm Strich kommt es auf das Anpacken aller Bürgerinnen und Bürger an. Helfen Sie mit, unseren Main-Kinzig-Kreis auf Erfolgskurs zu halten!

Herzliche Grüße

Ihr Landrat Thorsten Stolz“

 

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