Nidderau: Dritte Karl und Else Seifried-Stiftung feierte ihren 20. Geburtstag

Die Dritte Karl und Else Seifried-Stiftung feierte am 23.01.2021 ihren 20. Geburtstag. Dies teilte die mit der Stiftungsverwaltung betraute Stadtverwaltung Nidderau mit.

Zurzeit finanziert die Dritte Karl und Else Seifried-Stiftung mit den Kapitalerlösen ein Angebot für Menschen mit Demenz im Bürgerhof Ostheim. Auch das Netzwerk Demenz wird von Seiten der Stiftung unterstützt. Neue Projekte in Zusammenarbeit mit der Kurt-Schumacher-Schule sind in Planung. Die Stiftung ist ein Mosaikstein dafür, dass Menschen in Nidderau geholfen werden kann.

Das Ehepaar Karl und Else Seifried gründete im Pensionsalter vier Stiftungen, drei davon in Frankfurt am Main. Der jeweilige Stiftungszweck ist nahezu gleichlautend: Hilfe für alte und schwerkranke Menschen sowie die Unterstützung kranker, missbrauchter oder misshandelter Kinder.

Die finanziellen Mittel für die Stiftungen resultieren aus einer 30-jährigen Bilderbuchkarriere als Unternehmer. Karl Seifried kommt 1914 in Heldenbergen als Bauernsohn zur Welt. Zwei Lehren bricht er ab. Die Kriegsjahre verbringt er als Pilot bei der Luftwaffe. Nach dem Kriegsende entwickelt sich Seifried schnell zum Selfmade-Man. Am Anfang seiner Karriere verlief sein Leben wegen der herrschenden Mangelwirtschaft bescheiden. Täglich chauffierte Seifried in einem zusammengeflickten Fahrzeug Bauarbeiter aus Oberhessen an die Baustelle der Air Base am Rhein-Main-Flughafen. Ein Vertrag mit den amerikanischen Streitkräften sicherte ihm diese Existenz. Mit abenteuerlichen Tauschgeschäften erwarb er genügend Ersatzteile, um ein Omnibus-Wrack wieder fahrtüchtig zu machen. Es blieb nicht lange bei diesem einen Fahrzeug. Nach der Währungsreform im Juni 1948 erkannte Karl Seifried die neuen unternehmerischen Perspektiven. In diesem Zusammenhang stand auch sein Umzug nach Frankfurt. „Mein Wohnort in Heldenbergen war mir inzwischen zu klein geworden“, schreibt Seifried in seinen Erinnerungen. Er begnügte sich nicht lange mit Fahrten zum Heidelbeeren pflücken in den Spessart. Eine Drei-Tage-Rundfahrt durch den Schwarzwald und die Schweiz oder durch das Allgäu bestimmten zunehmend sein Geschäft. Sein Betrieb firmierte damals unter Merkur-Autobus-Reisen. 

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Drei Jahre später expandierte Seifried mit der Gründung der Ameropa kräftig in der Tourismusbranche – in das Reiseprogramm wurden alle Verkehrsmittel aufgenommen. Das Kunstwort Ameropa ergab sich aus Seifrieds Slogan „AMErikaner, besucht EuROPA“. Ziel war es, US-Amerikanern, die ihre in Deutschland stationierten Verwandten und Bekannten besuchten, Europa zu zeigen. 1953 gehörte Seifrieds Reiseunternehmen zu den Erstanbietern von Urlaub auf Mallorca – nicht nur für die zahlungskräftige Klientel aus der neuen Welt. „Mallorca, das letzte Paradies“ hieß es damals in der Werbung. Ameropa selbst war zu dieser Zeit jedoch alles andere als ein Paradies. Die Firma, getragen von mehreren Gesellschaftern, drohte in einem Konkursverfahren unterzugehen. Seifrieds Bauernschläue und sein fester Glaube an den Erfolg des Unternehmens brachte dann aber für die Ameropa ein Jahr später die Wende zum Bessern.

Foto (aufgenommen am 01.12.2020, nach der Wahl von Bernd Reuter in den Vorstand):

Engagement für die Dritte Karl und Else Seifried-Stiftung (von links nach rechts) – Pfarrer Markus Heider (stellvertretender Vorstandsvorsitzender), Bernd Reuter (Vorstandsmitglied), Erster Stadtrat Rainer Vogel (Vorstandsvorsitzender).

Quelle: Stadt Nidderau

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