Leserbrief zum Artikel “Stadt Nidderau dankt den Kita- Eltern”

Keine Wahl zu haben ist nicht flexibel

„Wir danken den Eltern für ihre Flexibilität, ihre Kinder aktuell früher zu Hause zu betreuen”. Ja, an Flexibilität, Kurzfristigkeit und Ungewissheit hat man sich als Eltern mittlerweile gewöhnt. Verständnis habe ich aber keineswegs für die personelle Situation der Nidderauer Kinderbetreuung (für die angespannte Situation der Erzieherinnen jedoch schon). Wie ist es zu erklären, dass durch den Wegfall des Appells der hessischen Landesregierung am 22.2.2021, Kinder wenn möglich zu Hause zu betreuen, eben nicht die eingeschränkte Regelbetreuung aufgelöst wird sondern noch mehr eingeschränkt? Vor dem Appell im Dezember ging es doch auch und das ebenfalls unter Coronabedingungen. Was also hat sich seit Dezember geändert, dass man nun zum vorletzten Mittel wie bereits Ende November angedroht gegriffen hat und die Nachmittagsbetreuung entfallen lässt? Man hat schlicht und ergreifend zugesehen, wie qualifiziertes Personal abwandert und dieses offensichtlich auch nicht adäquat ersetzt. Muss man ja auch nicht, denn man erfüllt ja weiterhin die Mindestanforderungen an den Betreuungsschlüssel des Hessischen Kinderförderungsgesetzes. Erfüllt man aber auch die angepriesenen Nidderauer Standards und die Anforderungen des Gute- Kita- Gesetzes? Auch die Qualität der pädagogischen Betreuung bleibt bei einem solch hoch angesetzten Betreuungsschlüssel auf der Strecke.  Ja wir Eltern sind flexibel, aber nur weil wir keine wirkliche Wahl haben, denn die lautet höchstens: eingeschränkte Betreuung oder gar keine. Mit solchen Aussagen bekomme ich nicht das Gefühl, dass man gewillt ist, Corona hin oder her, die Personalsituation in den Kitas zu verbessern. Schade.

Leserbrief von Silke Sacha

Werbung:
(adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({});

Diesen Beitrag teilen auf:

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing
Share on whatsapp
Share on email

Werbung: