MKK: „Kein Jahr verlieren“: Kreis hilft jungen Menschen

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Neues Maßnahme-Angebot richtet sich an Berufsanfänger aus dem Kreisgebiet

Corona tobt wie ein Orkan im Leben zahlloser Bürgerinnen und Bürger. Besonders betroffen sind sozial benachteiligte Jugendliche, die im Epizentrum der Pandemie die Schwelle zwischen Schule und Beruf überschreiten. Dass hier ein erhöhter Handlungsbedarf besteht, hat der Main-Kinzig-Kreis frühzeitig erkannt und entsprechend agiert. „Eine abgehängte Generation, die aufgrund der gegenwärtigen Krise den Anschluss an den Ausbildungsmarkt verliert, dürfen wir aus sozialen und ökonomischen Gründen nicht zulassen“, stellt Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler klar. Eine Antwort auf dieses drängende Problem lautet „Just do it – Ausbildung 2021“. Ein neu konzipiertes Maßnahme-Angebot, für das sich der Main-Kinzig-Kreis erfolgreich um zusätzliche Fördermittel des Landes Hessen beworben hatte.

Wesentliche Akteure bei „Just do it“ sind das Kommunale Center für Arbeit (KCA) sowie die ebenfalls kreiseigene Gesellschaft für Arbeit, Qualifizierung und Ausbildung (AQA). Das Kommunale Jobcenter liefert den Großteil der Teilnehmenden, die AQA zeichnet dafür verantwortlich „Just do it“ durchzuführen. „Wir wollen Jugendliche ermutigen: Steckt jetzt nicht den Kopf in den Sand und verliert so ein wertvolles Jahr“, appelliert Simmler. Ziel sei es, Betroffene beruflich zu orientieren, ihnen konkrete Hilfestellung bei der Ausbildungsplatz- und Jobsuche zu geben sowie kritische Wissenslücken zu schließen. Das Besondere: „Just do it“ steht nicht nur den Leistungsbeziehenden nach dem Sozialgesetzbuch II (SGB II) offen, sondern richtet sich rechtskreisübergreifend auch an andere Heranwachsende, die das Kreisjugendamt sowie die Agentur für Arbeit vermitteln.

Das Angebot ist multimedial und interdisziplinär ausgerichtet. Eingangs gibt es eine ausführliche, individuelle Bestandsaufnahme mit jedem Teilnehmenden, bevor der viermonatige Kurs dann im Gruppenverbund startet. Um den Besonderheiten des zwischenzeitlich immer wieder verschärften Lockdowns Rechnung zu tragen, vermittelten die Dozentinnen und Dozenten in den vergangenen Wochen Kursinhalte sowohl in Präsenz als auch über eine Online-Lernplattform. „Auf diese Weise konnten wir auf jede Lage flexibel reagieren und Unterrichtsausfälle vermeiden“, erklärt AQA-Geschäftsführer Hans-Jürgen Scherer.

Integraler Bestandteil von „Just do it“ ist ein mehrwöchiges Praktikum, das die spätere Berufs- und Ausbildungspräferenz überprüft sowie günstigstenfalls bekräftigt. Erfahrene Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter stehen den Jugendlichen während der gesamten Zeit zur Seite, um bei persönlichen Sorgen, Nöten und Problemen zu beraten und zu unterstützen. „Wir sind dem Land Hessen für diese Sonderförderung sehr dankbar. Sie versetzt uns in die Lage, in einer außergewöhnlichen Situation ein zusätzliches Integrationsinstrument anzuwenden. Auf diese Weise reduzieren wir das Risiko von brüchigen Erwerbsbiografien“, erläutert Beate Langhammer, Vorstandsvorsitzende des KCA-Jobcenters.

Das Konzept des Main-Kinzig-Kreises geht auf, wie die positiven Stimmen von Teilnehmerinnen und Teilnehmern belegen. „Ohne das Seminar hätte ich niemals so viele Bewerbungen abgeschickt“, lautete eine Einschätzung. „Endlich habe ich Bruchrechnen verstanden“, freute sich gar jemand. „Es ist schön, wieder unter Menschen zu sein. Seit ich aus der Schule bin, habe ich aufgrund von Corona niemanden mehr gesehen“, betonte eine Person die psychosoziale Komponente von „Just do it“. Die Gruppe ist sich einig – alle sind etwas traurig darüber, dass sich der erste Durchgang zu Ende neigt.

Simmler, Langhammer und Scherer sind sich einig, dass nach dem Seminar niemand in ein Loch fallen werde. Wo es mit einem Ausbildungsverhältnis oder einem längeren Praktikum noch nicht geklappt habe, finde man eine alternative, individuelle Lösung. „Das KCA und die AQA haben mehr als einen Pfeil im Köcher“, so Simmler.

Quelle: Main-Kinzig-Kreis

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