MKK: Plakataktion Hilfe nach Vergewaltigung

Werbung:

Trete unserer Gruppe bei oder belohne uns mit einem Like. Vielen Dank.

Plakataktion soll Frauen nach einer Vergewaltigung Mut machen, sich Hilfe zu holen
Hinweise zur medizinischen Soforthilfe für Frauen in Bussen der Kreisverkehrsgesellschaft Main-Kinzig und Hanauer Straßenbahn GmbH

Die meisten Vergewaltigungen werden nicht angezeigt. Es ist leider traurige Realität, dass Betroffene aus Angst vor einer Anzeige nicht die notwendige medizinische Versorgung und psychologische Nachbetreuung erhalten, da sie das Ereignis aus Scham lieber für sich behalten.

Oftmals sind die Frauen direkt nach der Tat nicht in der Lage, solche wichtigen Entscheidungen zu treffen. Sollten sie sich vertraulich an jemanden im persönlichen Umfeld wenden, wird aus Unkenntnis leider ebenfalls der ein oder andere falsche Rat gegeben. Sexuelle Übergriffe durch Partner, Bekanntschaften oder im Familienumfeld erschweren vielen Frauen in besonderem Maße, sich anzuvertrauen. Nicht selten wird gerade hier die Situation verharmlost oder falsch eingeschätzt. Es ist bekannt, dass etwa 90 Prozent der Täter aus dem direkten Umfeld kommen.

Eine kreisweite Kampagne im Öffentlichen Nahverkehr soll dieses Thema in den nächsten Wochen fokussieren. In den Bussen der Kreisverkehrsgesellschaft (KVG) Main-Kinzig und der Hanauer Straßenbahn GmbH (HSB) werden eingängige Plakatmotive gezeigt, die auf die Hilfsangebote aufmerksam machen. „Gehen Sie zum Arzt – und nicht zum Alltag über“ – so lautet die Botschaft der Aktion, auf die Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler und der Hanauer Oberbürgermeister Claus Kaminsky aufmerksam machen.

Die Einschätzung, dass es sich tatsächlich um eine Vergewaltigung handelt, wird von den Opfern nicht immer als solche wahrgenommen, so die Erfahrungen der Fachleute in den Beratungsstellen. Da ist schnell mal die Rede von einem „irgendwie doofen Abend“.

Nach Übergriffen mit so genannten K.O.-Tropfen wissen manche Frauen gar nicht, ob eine Vergewaltigung stattgefunden hat. Auch hier sollten sie immer daran denken, dass Spuren gesichert werden und sie selbst medizinisch und therapeutisch versorgt werden. „Wir stellen die medizinische Versorgung und die Unterstützung zur Bewältigung der Tat in den Vordergrund“, erklärt Claus Kaminsky. Und Susanne Simmler ergänzt: „Jede Frau soll sich ernst genommen fühlen, und zwar in ihrer individuellen Lage, auf Wunsch anonym, ohne Angst haben zu müssen, dass es zwingend zu einer Anzeige kommen muss.“ Dafür sind die örtlichen Kliniken – die Main-Kinzig-Kliniken in Gelnhausen, das Klinikum Hanau und das St. Vinzenz-Krankenhaus Hanau rund um die Uhr erste Anlaufstelle.

Das Projekt „Medizinische Soforthilfe nach Vergewaltigung“ existiert bereits seit 2015 im Main-Kinzig-Kreis dank der Beratungsstelle Frauennotruf in Frankfurt. Dort hat das Projekt seine Wurzeln und liefert nicht nur Materialien, sondern auch wertvolle Erfahrungen. „Gerade in den zurückliegenden Monaten beherrschte die Corona-Pandemie sehr stark die Krankenhäuser. Es ist anzunehmen, dass Frauen größere Scheu hatten, eine Notaufnahme aufzusuchen, obwohl dies dringend angeraten wäre“, betont Susanne Simmler. „Hier soll die Plakataktion dafür werben, diesen Schritt zu gehen, auch wenn es schwer fällt“, ergänzt Claus Kaminsky.

Die Koordinatorinnen des Referates für Frauenfragen und Chancengleichheit beim Main- Kinzig-Kreis und der Stabsstelle Prävention, Sicherheit und Sauberkeit der Stadt Hanau, Grit Ciani und Andrea Pillmann, berichten davon, dass Anfang dieses Jahres über den Frauennotruf Frankfurt eine umfangreiche ärztliche Fortbildung stattgefunden hat: „Die zentralen Notaufnahmen, Pflegekräfte und gynäkologischen Fachabteilungen sind gut geschult. Sie erkennen die Situation auch, wenn eine Frau nicht ganz genau artikuliert, weswegen sie in die Klinik kommt.“

Ein zentraler Bestandteil der Versorgung ist das Angebot, Spuren zu sichern. So kann die Betroffene auch später noch in Ruhe über eine Anzeige nachdenken. Sie hat dann auch Zeit, erst einmal Kontakt zu einer Beratungsstelle aufzunehmen und das Erlebte zu besprechen, um zunächst einmal den notwendigen psychologischen Beistand zu erhalten, bevor sie weitere Schritte unternimmt. Dies ist deshalb wichtig, da ohne gesicherte Spuren ein eventuelles späteres Strafverfahren eingestellt werden könnte.

Susanne Simmler und Claus Kaminsky bedanken sich insbesondere bei den jeweiligen Geschäftsführungen beider Verkehrsunternehmen, Rüdiger Krenkel (KVG) und Thomas Schulte (HSB), sowie der Bürgerstiftung Hanau, die dank einer Spende die Öffentlichkeitsarbeit ermöglicht. Für die Werbung auf den Displays in Bussen der HSB bedanken sich die Beteiligten bei der Firma regioDISPLAY sowie Fahrgast-TV HANAU und FULDA, die die Ausstrahlung kostenlos anbietet.

Quelle: Main-Kinzig-Kreis

Diesen Beitrag teilen:

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing
Share on whatsapp
Share on email

Werbung: